Digital Humanities 2014 in Lausanne: neue Tools und Projekte

Ein Beitrag aus der Feder unseres Gastautors Tobias Hodel, Doktorand an der Universität Zürich (Lehrstuhl S. Teuscher). Tobias Hodel forscht zu Klöstern (Projekt “Königsfelden”), Schriftlichkeit, Administrationskultur, Habsburg sowie allem Digitalen, das ihm in die Hände fällt.

Der jährliche Großkongress Digital Humanities fand in der letzten Woche in Lausanne am Genfersee statt. Die Veranstaltung dient traditionellerweise auch als Leistungsshow von Projekten und Produkten, die das Leben des Wissenschaftlers erleichtern sollen. Ein kurzer Überblick über neue und nicht mehr ganz neue Tools, die von Interesse sein könnten.

Im vergangenen Sommer entstand im Rahmen eines „one week, one tool“-Hackathon der Serendip-o-matic. Ein Aggregator, welcher aus eingegebenen Textstücken (vermeintlich) passende Einträge aus der Europeana, der Digital Public Library of America und anderen freien Ressourcen zusammenstellt. Der Faktor Zufall soll dabei eine wichtige Rolle spielen, wie sich aus dem von serendipity abgeleiteten Namen erschliesst:

serendipomatic.org

Strukturierter und wissenschaftlich „abgesicherter” funktioniert das am IEG in Mainz entstehende EGO (Europäische Geschichte Online), welches ähnlich wie die docupedia für Zeitgeschichte ein kollaborativ erarbeitetes Portal ist. Im Fokus steht die europäische Geschichte der Frühneuzeit und Neuzeit (15.-21. Jahrhundert):

ieg-ego.eu

Die Seite überzeugt durch Verknüpfungen (etwa mit Personendaten), Querverweisen und eingebundenen Medien. Die Lizenzierung mit creative commons (CC-BY-NC-ND) zeugt vom umsichtigen Umgang mit den veröffentlichten Daten.

Personen und Urkunden stehen in den Datenbanken der POMS (People of Medieval Scotland und Paradox of Medieval Scotland) im Zentrum. Mittels Verknüpfung von Personen mit Vorgängen in Urkunden (Rechtsübertragung, Verbindung zu anderen Personen etc.) wird versucht der Staatswerdung Schottlands auf den Grund zu gehen.

poms.ac.uk

Interessant ist nicht zuletzt das Konzept hinter den aufbereiteten Daten. Im Gegensatz zu mark-up Auszeichnung wie in der klassischen und digitalen Edition angewandt, werden die Quellen relational ausgewertet. Sprich Wortlaut und Formular der Dokumente bleibt auf der Strecke, während genannte Personen und die Art ihrer Nennung verzeichnet werden.

Ein ganz ähnlicher Ansatz wird im Projekt ChartEx verfolgt. Anhand der automatisierten Auswertung von Dokumenten aus Cluny und britischen Quellenedition werden automatisiert Verknüpfungen zwischen Personen in Dokumenten, Rechten und Orten hergestellt. Recherchierende werden auf Personen hingewiesen mit ähnlichen Namen oder häufigem Auftauchen im Umfeld der Personene/Dokumente. Ziel des Tools ist es Anhaltspunkte zu geben und effizientere Forschung zu ermöglichen.

ChartEx: yorkhci.org/chartex/1.3/ (Beta-Version)

Nicht Personen sondern Orte stehen im Zentrum zweier Tools zur Erkundung der Antiken Welt. Das bereits etablierte Produkt Orbis aus Stanford errechnet Wegstrecken und Kosten zwischen einzelnen Orten im römischen Reich. Wie bei modernen Navigationssystemen wird zwischen kürzestem, schnellsten und billigstem Weg unterschieden.

orbis.stanford.edu

Pelagios – ein britisch-österreichisches Joint-Venture – ermöglicht Nutzenden selbst Verknüpfungen zwischen Antiken Texten und darin genannten Orten herzustellen. Mit der „bottom-less map“ (der unendlich tief annotierbaren Karte) als Ziel des Projekts.

    Zugang über Ortssuche: pelagios.dme.ait.ac.at/api Projekt-Blog: pelagios-project.blogspot.ch Pleiades (online Ortsverzeichnis für Orte der Antiken Welt): pleiades.stoa.org

    Von der Antike zum Mittelalter, wo es insbesondere in den sogenannten Hilfswissenschaften Neues zu entdecken gibt.
    Die Beschreibung von Handschriften zum Zweck der Unterscheidung von Schreibern gehört zu den Kernkompetenzen der Paläographie. Das Projekt digipal treibt dies auf die Spitze und hat ein Tool kreiert, mit welchem kleinste Unterschiede von Händen beschrieben und betrachtet werden können. Als nächste Schritte sind Ausbau um skandinavische und hebräische Handschriften geplant.

    www.digipal.eu

    Unter anderem mit digitaler Kodikologie beschäftigt sich das Schoenberg Institute for Manuscript Studies und präsentierte eine erste Version des Manuscript Collation Project, welches erlaubt Codex nach Lagen zu betrachten, etwa um spätere Um- und Fehlbindungen zu identifizieren und digital zu korrigieren, ohne dass die Stücke einem physikalischen Risiko ausgesetzt werden.

    dorpdev.library.upenn.edu/collation

    Der Beitrag wurde ursprünglich unter  http://ordensgeschichte.hypotheses.org/7637 veröffentlicht.
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    Aktivdienst im doppelten Sinn: Wikipedia Edit-a-thon am Bundesarchiv

    Am 21. Juni 2014 wird am Schweizerischen Bundesarchiv ein Workshop durchgeführt, der Gelegenheit bietet, die Grundlagen des Artikelschreibens für die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia zu erlernen und am Beispiel der Fotosammlung zum Ersten Weltkrieg direkt anzuwenden. Mitarbeitende des Bundesarchivs sowie der Nationalbibliothek führen in ihre Bestände ein und unterstützen die Teilnehmer gemeinsam mit Wikipedians beim Recherchieren und Schreiben.

    Thematisch befasst sich der Edit-a-thon mit dem Aktivdienst der Schweiz im Ersten Weltkrieg und die bereits auf Wikimedia Commons zugängliche Fotosammlung des Schweizerischen Bundesarchivs zum Aktivdienst der Schweiz im Ersten Weltkrieg dient als Grundlage zur Be- und Erarbeitung von Artikeln. Die Sammlung lässt sich nicht nur für Artikel rund um die militärische Schweiz im Ersten Weltkrieg nutzen, sondern kann auch Beiträge zu historischen Persönlichkeiten, alten Ortsbildern oder besonderen Bauten illustrieren. Auch bietet sie einen vielfältigen Einblick in den zivilen Alltag während der Kriegsjahre.

    CC-BY-SA 3.0/CH Swiss Federal Archives  http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Büro_des_Quartiermeisters_des_Armeestabes_-_CH-BAR_-_3240343.tif

    CC-BY-SA 3.0/CH: Swiss Federal Archives
    Quelle: http://commons.wikimedia.org

    Der Edit-a-thon richtet sich an alle, die den Umgang mit der Online-Enzyklopädie erlernen möchten und sich für die Fotosammlung interessieren. Auch Übersetzungen bereits existierender Artikel sind ein wertvoller Beitrag zur Online-Enzyklopädie.

     

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    Library Science Talks: Transforming 200 years of newspaper articles into an information system

    Prof. Frédéric Kaplan hält am 29. April 2014, 15.30 Uhr, im Rahmen der Library Science Talks an der Nationalbibliothek in Bern einen Vortrag zur Nutzung digitalisierter Zeitungsartikel als umfassende Informationsressource.

    Vortragssprache: englisch
    Adresse: Hallwylstrasse 15, 3003 Bern
    Informationen der Nationalbibliothek

    Am Vortag wird der gleiche Vortrag auch auf Französisch an der Bibliothèque de Genève gehalten.

    Abstract of the talk:

    “Le Temps” newspaper is responsible for an archive of about 4 million articles covering a 200 year period. This archive is composed of the digitised version of the “Le Journal de Genève”, “La Gazette de Lausanne” and “Nouveau Quotidien”. The archive is currently accessible through a website, searchable in full text but not yet semantically structured. Mr. Kaplan will present a project at the Digital Humanities Laboratory (DHLAB) of the EPFL which investigates identifying all the named entities in the archive, such as places, persons and objects and developing a framework for named-entity recognition and disambiguation based on Wikipedia and other sources.

     

    Bio of the speaker:

    Prof Frédéric Kaplan holds the Digital Humanities Chair at École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) and directs the EPFL Digital Humanities Lab. He conducts research projects combining archive digitisation, information modelling and museographic design.
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    Technik damals und heute

    NemoMit “nemo. Technik. Damals. Heute” kam vor wenigen Tagen eine neue Zeitschrift für technikgeschichtlich Interessierte auf dem Markt. Im Fokus der Zeitschrift, für deren Titel wohl Jules Vernes technikaffiner Antiheld Kapitän Nemo Pate stand, sollen herausragende technologische Entwicklungen und die Figuren dahinter, aber auch das Lebensgefühl der jeweiligen Zeit stehen. So geht es auf den 108 Seiten der Erstausgabe (01/14) unter anderem um das Farbfernsehen, Digitaluhren, Walkmans, den Commodore 64, Mofa-Rocker, den Audi Quattro, Weltraumfahrzeuge, Tamagotchis oder die Ursprünge digitaler Überwachung. 

    Das Magazin, das viermal jährlich erscheinen soll (Ausgabe 2 im März 2014 u.a. zu den autofreien Sonntagen 1973) und sicher auch Themen aus dem Informatikbereich aufnehmen wird, kann im Chip-Verlag für 3€ im PDF-Format oder für 3.80€ als Heft bezogen werden (auch im Zeitschriftenhandel erhältlich).

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    App Fontes

    Seit gestern ist die erste offizielle Version von App fontes, der mobilen Version des Ad Fontes-Lernangebots der Universität Zürich online zugänglich. Wie Ad Fontes umfasst App Fontes eine Auswahl an wichtigen wissenschaftlichen Hilfsmitteln und Übungen für den Umgang mit historischen Schriftquellen in lateinischer und deutscher Sprache. Ergänzend zum Angebot auf Ad fontes wurden didaktisch neuartige Übungen gestaltet, die speziell für den mobilen Gebrauch am kleinen Bildschirm konzipiert sind.

    AppFontesDie App, die am Historischen Seminar der Universität Zürich (Lehrstuhl Prof. Dr. Simon Teuscher) entwickelt wurde, wird kostenlos zur Verfügung gestellt.

    AppFontes2
    Video: Christian Di Giusto zu App Fontes
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    Zotero: Aktualisierung des infoclio.ch-Bibliographierstils

    In Zusammenarbeit mit G+I-Vereinsmitglied Nicolas Chachereau hat infoclio.ch im September 2012 einen Bibliographierstil für das freie Literaturverwaltungstool Zotero veröffentlicht. Der Stil, der in drei Versionen verfügbar ist, ermöglicht Schweizerischen Geschichtsstudenten und -studentinnen die Verwendung von Zotero zur Erstellung von Fussnoten und Bibliographien,  welche gängige Zitiervorgaben der Geschichtswissenschaften folgen. Um die Anwendung möglichst umfassend zu gewährleisten, hatte infoclio.ch vorab Geschichtsprofessoren der Schweizerischen Universitäten konsultiert. 

    Unlängst hat infoclio.ch die bestehenden Stile angepasst, wobei einige Probleme behoben und neue Funktionen hinzugefügt wurden. Es lassen sich nun auch die Länge eines Films oder einer Radiosendung erfassen, sowie die Grösse einer Abbildung. 

    Exemple de deux références dans le style Infoclio (petites majuscules, French)

    Exemple de deux références utilisant le style Infoclio francophone, petites majuscules.

    Wo eine frühere Version des Zitierstils installiert ist, hat Zotero mit grosser Wahrscheinlichkeit die Aktualisierung bereits automatisch vollzogen.

    Überprüft werden kann dies in den Programmeinstellungen von Zotero durch einen Klick auf die Aktualisierungsoption im Tab “Allgemeine Einstellungen”.

    Neuinstallation der Stile:

    • Verwendung von Zotero als Firefox-Plugin: auf einen der untenstehenden Links klicken und die Installation bestätigen; für alle Varianten wiederholen, die installiert werden sollen.
    • Zotero als Standalone-Applikation: durch Rechtsklick auf die untenstehenden Links die betreffenden Dateien herunterladen und “Ziel speichern unter/Verknüpfte Datei laden unter” wählen. Danach in den Zotero-Programmeinstellungen das [ + ]-Icon bei den Zitierstilen klicken und den Speicherort der heruntergeladenen Dateien anwählen. 

    Drei Stile stehen zur Wahl (parallele Installation problemlos möglich):

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    14-18.ch – La Suisse en cartes postales

    Im Sommer 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Unter den Jubiläumspublikationen findet sich mit dem Webprojekt “14-18.ch La Suisse en cartes postales” der beiden Freiburger Doktoranden Alexandre Elsig und Patrick Bondallaz erfreulicherweise auch eine digitale Quellenedition, deren erste Version seit wenigen Tagen unter der gleichnamigen Adresse zugänglich ist und die jetzt schon einen Besuch lohnt. 

    14-18.ch präsentiert eine Auswahl von Postkarten der Jahre 1914 bis 1918 aus dem Fundus der graphischen Sammlung der Nationalbibliothek, ergänzt um ausführliche Kommentare, und ermöglicht einen interessanten und erhellenden Blick auf die zeitgenössische Wahrnehmung der Kriegskatastrophe und ihre Auswirkungen auf Politik, Kultur und Wirtschaft der Schweiz. Als visuelles Massenmedium der Zeit hatten Postkarten vor hundert Jahren ungleich grösseren Stellenwert im Alltag als heute. Im Vordergrund der Analyse stehen bei Elsig und Bondallaz die Sujets der Postkarten, da die Karten der Sammlung grösstenteils nicht gelaufen sind und ohne Text und Frankatur vorliegen. Derselbe Ansatz liegt dem aktuellen Buch “Schweizer Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg” von Georg Kreis zugrunde, das mit den selben Quellen arbeitet. Die beiden Projekte entstanden unabhängig voneinander (und in anfänglicher Unwissenheit um die Konkurrenz), scheinen sich jedoch gut zu ergänzen.

    Die auf 14-18.ch präsentierten Postkarten — derzeit handelt es sich um knapp 50 detailliert analysierte Postkarten (sowie eine Reihe zur Illustration der Analyse herangezogener Postkarten, die als kleinformatige Grafiken in einem Archivordner liegen) — sind eingeteilt in die sechs Sektoren “politische und militärische Affären”, “der Alltag des Krieges”, “humanitäre Nächstenliebe”, “Humor & Satire”, “Propaganda und Ideologie” sowie “Allegorie der Schweiz”. Dem Seitenbesucher erschliesst sich diese Einteilung durch eine in sechs Sektoren unterteilte kreisförmige Grafik gleich beim ersten Aufruf der Seite. Die animierte Grafik, die an einen Käse, einen Kompass oder eine Zielscheibe gemahnen mag, erlaubt dem Besucher das thematische Erkunden des Kartenbestandes und ermöglicht über eine mittig angeordnete stilisierte Briefmarke den Zugang zu (derzeit noch etwas knapp gehaltenen) übergreifenden Informationen zum Projekt. Die Auswahl eines Kreissektors führt über eine Überblicksdarstellung der zugehörigen Postkarten zur Detailansicht der Kartensujets. 

    14-18.ch La Suisse en cartes postales

    14-18.ch La Suisse en cartes postales

    Die einzelnen Karten werden übersichtlich präsentiert mit Angabe des Titel und grundsätzlicher Metadaten (Urheber, Ortsangabe, Datierung) sowie drei alternativ aufklappbaren Feldern mit einer umfassenden Analyse des Sujets, einem Kommentar und weiterführenden Informationen und Literaturangaben. Die Texte der beiden Autoren weisen eine gute Dichte an Verweise auf bestehende digitale Resourcen auf, sowohl auf bekannte Hilfsmittel der Geschichtswissenschaft wie das e-HLS oder die Amtsdruckschriften als auch auf themenspezifische Portale wie Timbres Suisses oder Rost & Grünspan (wehrgeschichtliches Vereinsportal) sowie auf (offene) Zeitungsarchive.
    "Bauet u. schirmet das Vaterland!"

    “Bauet u. schirmet das Vaterland!”

    Die Begleittexte der Postkarten stehen abhängig von deren Ausrichtung entweder seitlich neben der Karte oder unter ihr — eine zugleich zweckmässige und elegante Lösung. Die solcherart responsive Darstellung orientiert sich aber nicht nur an den Inhalten, sondern auch am verwendeten Bildschirm bzw. der Fenstergrösse des Browsers, wodurch das Betrachten der Inhalte auch auf kleinen Bildschirmen gut funktioniert. Der visuelle Auftritt von 14-18.ch ist durch die einfache Zeichen- und Formensprache sowie die sorgfältige Umsetzung überhaupt ausnehmend gut gelungen. Etwas irritierend ist einzig die ambivalente Funktion der zentralen Briefmarke, welche, wenn man sie nach Aufrufen einer Sektion anklickt, zu dieser Sektion zurückführt statt wie erwartet zu den projektübergreifenden Informationen.

    Responsive Bildschirmanzeige

    Responsive Bildschirmanzeige

    Was steht noch aus: Zitierfähigkeit und Suchfunktion

    Wie die beiden Autoren vermerken, handelt es sich bei der derzeit zugänglichen Webseite um eine erste Version, die weiter ausgebaut wird. Angekündigt und durch die mehrsprachige Einstiegsgrafik bereits angedeutet ist die Übersetzung der Seite in weitere Sprachen, zunächst ins Deutsche. 

    Anders als in vielen derzeit entwickelten Webprojekten hat der Benutzer auf 14-18.ch keine Möglichkeit zur Partizipation (z.B. zur Kommentierung) oder zur Verwaltung persönlicher Notizen. Während diese Funktionen beim vorliegenden Projekt tatsächlich nicht notwendig zu sein scheinen (und möglicherweise das Nutzererlebnis vielmehr stören würden), so sollte doch nach Möglichkeit die Möglichkeit einer feingliedrigen und permanenten Identifikation einzelner Postkarten, Analysen und Kommentare geschaffen werden, im besten Fall natürlich mit Bezug auf die jeweils zugehörige NB-Signatur. Ein erster und einfacher Schritt in diese Richtung könnte die Angabe eines Zitiervorschlags auf Seiten- oder Sektionsebene sein, ein Fernziel eine Schnittstelle zu Kulturerbe-Plattformen wie Europeana.

    Im Status quo lässt sich ausserdem die Seite nicht durchsuchen. Obwohl die Präsentation gut organisiert ist, dürfte die Übersichtlichkeit bei einem Ausbau der Inhalte leiden. Ohne Suchfunktion und mit rudimentärer Zitiermöglichkeit scheint 14-18.ch vor allem auf ein interessiertes breites Publikum ausgerichtet zu sein, weniger aber auf ein wissenschaftliches Publikum oder eine zielgerichtete Recherche.

    Das Projekt 14-18.ch wurde im Rahmen der Infoclio-Projektförderung “Presenting History Online” neben drei weiteren Projekten mit einem Preis ausgezeichnet, der massgeblich zur Realisierung beitrug. Die vorliegende erste Version lässt wenig Zweifel daran offen, dass die Arbeit der beiden Autoren Elsig und Bondallaz das Ziel erfüllen wird, einen spielerischen und originellen Zugang zu jenem Teil Schweizer Geschichte zu schaffen, der in den nächsten Monaten sicher noch häufig im Mittelpunkt stehen wird. Das Projekt 14-18.ch hat es auf jeden Fall verdient, einen Teil dieser Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

    Crossposting bei http://www.infoclio.ch/en/node/53882


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    infoclio.ch Tagung 2013: Geschichtswissenschaften und Verlage im digitalen Zeitalter

    TitelblattAm 15. November 2013 findet in Bern die infoclio.ch-Tagung zum Thema „Geschichtswissenschaften und Verlage im digitalen Zeitalter“ statt. Die Tagung ist die fünfte Veranstaltung der Reihe «Digitale Medien und Geschichtswissenschaften».

    Forschende, Verleger, Vertreterinnen wissenschaftlicher Institutionen und weitere Akteure, die am Prozess des wissenschaftlichen Publizierens beteiligt sind, referieren und diskutieren über die aktuellen Entwicklungen im geschichtswissenschaftlichen Verlagswesen und die Zukunft des digitalen Publizierens.

    Die Teilnahme ist kostenlos. Ab September 2013 kann man sich im internet anmelden.

    Programm:

    9h00-9h30: Empfang

    9h30-9h35: Begrüssung – Enrico Natale, Leiter, infoclio.ch

    9h35-11h30: Session 1: Das geschichtswissenschaftliche Publizieren in der Schweiz – Eine Bestandesaufnahme

    9h35-10h05: François Vallotton, Professeur d’histoire contemporaine, Université de Lausanne – L’édition numérique en Suisse. Un regard…

    10h05-10h35: Ingrid Kissling-Näf, Leiterin Abteilung 1, Schweizerischer Nationalfonds – Die Förderung der geisteswissenschaftlichen Publikationen. Bilanz und Perspektiven

    10h35-11h: Jean Richard, Directeur, Editions d’en bas – L’édition en histoire entre modèles traditionnels et nécessité de changement

    11h00-11h30: Kaffeepause

    11h30–12h45: Podium 1: Das geschichtswissenschaftliche Publizieren in der Schweiz – Eine Bestandesaufnahme

    - Moderation: Monika Dommann, Professorin für Zeitgeschichte, Universität Zürich
    - Marco Iorio, Chefredaktor, Historisches Lexikon der Schweiz
    - Ingrid Kissling-Näf, Leiterin Abteilung 1, Schweizerischer Nationalfonds
    - Claude Pahud, Directeur, Editions Antipodes
    - François Vallotton, Professeur d’histoire contemporaine, Université de Lausanne
    - Hans-Rudolf Wiedmer, Leiter, Chronos Verlag


    12h45-13h30 Mittagessen

    13h30-14h30: Session 2: Digitales Publizieren, Open Access und die Zukunft der geschichtswissenschaftlichen Publikation

    - Pierre Mounier, directeur adjoint d’OpenEdition – Edition numérique et débat sur l’Open Access en France

    - Gary Hall, Professor of Media and Cultural Studies, Conventry University – Open Access Advocacy and the future of scholarly publishing

    14h30-14.50 Pause

    14h50-16h30: Podium 2: Der digitale Wandel und das geschichtswissenschaftliche Publizieren in der Schweiz

    - Moderation: Stefan Nellen, Chef, Dienst Historische Analysen, Schweizerisches Bundesarchiv
    - Olivier Babel, Directeur, Presses Universitaires Romandes, Lausanne
    - Ruedi Bienz, Leiter und Inhaber, Schwabe Verlag
    - Alain Cortat, Directeur, Editions Alphil
    - Pierre Mounier, directeur adjoint d’OpenEdition
    - Bruno Meier, Leiter, Verlag Hier+Jetzt
    - Jean Richard, Directeur, Editions d’en bas


    NB: Die Anmeldung ist ab sofort möglich: Online-Anmeldung

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    Neu erschienen: Nach Feierabend – Peter Haber und Digital Humanities

    Die aktuelle Nummer des Zürcher Jahrbuchs für Wissensgeschichte zum Thema Digital Humanities ist soeben erschienen. Darin findet sich unter anderem der Artikel “Google-Syndrom – Phantasmagorien des historischen Allwissens im World Wide Web”  unseres Kollegen Peter Haber. Peter war Ende April dieses Jahres nach langer Krankheit verstorben. Der Text erschien erstmals 2004 “Geschichte und Informatik (15): Vom Nutzen und Nachteil des Internet für die historische Erkenntnis. Version 1.0“. 

    digital_him_nachfZudem in “Nach Feierabend”: Schlaue Maschinen. Peter Habers kritische Medienwissenschaft und unsere Lage im Netz heute von Philipp Sarasin; ein Nachruf auf Peter Haber.

    Das Zürcher Jahrbuch für Wissensgeschichte wird von David Gugerli, Michael Hagner, Caspar Hirschi, Andreas B. Kilcher, Patricia Purtschert, Philipp Sarasin und Jakob Tanner herausgegeben. Die einzelnen Artikel sind online beim “diaphnes” Verlag verfügbar:

    - Philipp Theisohn Verteidigung der Paraphrase. Das Wiedererzählen und die Krise der Geisteswissenschaften.
    - Niels-Oliver Walkowski: Text, Denken und E-Science. Eine intermediale Annäherung an eine Konstellation.
    - Max Stadler: Der Geist des Users. Oder: vom Ende des »Boole’schen Traums«.
    - Philippe Wampfler: »online first«. Geisteswissenschaften als Social Media.
    - Tobias Hodel: Das kleine Digitale. Ein Plädoyer für Kleinkorpora und gegen Großprojekte wie Googles Ngram-Viewer.
    - Omar W. Nasim: Was ist historische Epistemologie?
    - Nathalie Dietschy, Claire Clivaz, Dominique Vinck: Ein digitales Kulturobjekt. Der Fall der »Restaurierung« des Ecce homo von Borja.
    - Alfred Messerli: Neue und neueste Versuche einer allgemeinen Erzähltheorie. Zu Fritz Breithaupts und Albrecht Koschorkes Studien.
    - Peter Haber: »Google-Syndrom«. Phantasmagorien des historischen Allwissens im World Wide Web.
    - Philipp Sarasin: Schlaue Maschinen. Peter Habers kritische Medienwissenschaft und unsere Lage im Netz heute.
    - Michael Hagner, Caspar Hirschi: Editorial.


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    DH-Herbst: Veranstaltungshinweise

    Das DH-Atelier der Uni und EPFL Lausanne geht in die zweite Runde. Die frei zugänglichen Veranstaltungen befassen sich mit einer Reihe von Themen, die auch für Historiker interessant sind. Hervorheben möchten wir die Einführung in die Literaturverwaltungs- und Kollaborationssoftware Zotero, die durch G+I-Vereinsmitglied Nicolas Chachereau am 11. Oktober durchgeführt wird.
    Veranstaltungsort: EPFL Salle GCA 1416
    Zeit: jeweils freitags, 11 Uhr
    Weitere Informationen: http://dhlausanne.ch/2013/08/07/atelier-dh-pour-doctorants-unil-epfl-saison-2

    An der Kantons- und Universitätsbibliothek Lausanne findet am 26. September eine Informationsveranstaltung zur Digital Humanities-Forschung in der Schweiz und an der Universität Lausanne statt. Neben der eher sozialwissenschaftlich ausgerichteten Netzwerkanalyse und -visualisierung werden mit Projekten zu neutestamentlichen Manuskripten und Intellektuellen-Netzwerken der Zwischenkriegszeit auch zwei historisch interessante Projekte vorgestellt.
    Veranstaltungsort: BCU Lausanne, Dorigny-Unithèque, Salle de conférence 511
    Zeit: 12.30 bis 14 Uhr
    Weitere Informationen: http://www.infoclio.ch/fr/node/53379

    Den Digital Humanities, bzw. der Rolle, die audiovisuelle Dokumente darin spielen, ist auch das Memoriav-Kolloquium 2013 gewidmet, das am 25. und 26. Oktober 2013 in Neuenburg stattfindet.  Vorgestellt wird eine ganze Reihe von digitalen Forschungs- und Archivprojekten verschiedener Hochschulen und kultureller Institutionen. 
    Veranstaltungsort: Musée d’ethnographie Neuchâtel, rue St-Nicolas 4, 2000 Neuchâtel
    Weitere Informationen: http://de.memoriav.ch/eventdetails.aspx?id=4570622b-17a2-44c6-a66c-655b414c9e4f
    Die Platzzahl ist beschränkt; rechtzeitige Anmeldung empfohlen.

    Am Donnerstag, 28., und Freitag, 29. November 2013, führt die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften die Tagung Digital Humanities: Neue Herausforderungen für den Forschungsplatz Schweiz durch. Auf dem Programm stehen vielfältige Beiträge von Referenten aus dem In- und Ausland, Kurzpräsentationen laufender DH-Projekte sowie zwei Podiumsdiskussionen zu den Reaktionen geisteswissenschaftlicher Disziplinen auf die Herausforderungen des digitalen Wandels in Forschung und Lehre und den Bedürfnissen der geisteswissenschaftliche Fachgemeinschaft der Schweiz.
    Veranstaltungsort: Kornhausforum, Bern
    Weitere Informationen: http://www.sagw.ch/sagw/veranstaltungen/sagw-agenda-2013/vst13-wiw/dh-tagung.html

    Zuletzt sei auf drei internationale Anlässe bzw. Termine verwiesen: 
    • Histoinformatics 2013
      Der erste Histoinformatics-Workshop (25.11.2013, Kyoto) will Historiker und Computer Scientists zusammenführen und Kollaborationen zwischen den beiden Forschungszweigen begünstigen. Papers können noch bis zum 6. Oktober eingereicht werden (http://www.dl.kuis.kyoto-u.ac.jp/histoinformatics2013/#submission).
      Weitere Informationen: http://www.histoinformatics.org/
    • Five solutions: digital sustainability for historians
      Eine weitere Veranstaltung für Historiker findet am 28. November 2013 am Institute of Historical Research der University of London statt. Im Rahmen eines Workshops werden praktikable Lösungen zur langfristigen Pflege von Forschungsdaten diskutiert. 
      Papers können noch bis zum 8. Oktober eingereicht werden.
      Weitere Informationen: http://events.history.ac.uk/event/show/11435
    • HASTAC Scholars
      Das HASTAC Scholars-Programm, das seit fünf Jahren mit grossem Erfolg läuft, nimmt jedes Jahr eine Anzahl neuer Mitglieder auf. Die gleichermassen vielfältige wie aktive Community ermöglicht den Austausch von Ideen und Wissen und erleichtert den Aufbau und die Pflege wertvoller Kontakte. Die Bewerbungsphase 2013 läuft noch bis zum 24. September.
      Weitere Informationen: http://www.hastac.org/scholars/apply
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