strassenenquete.ch – Strassen und Verkehr in der Schweiz um 1800

Die folgende Information entstammt dem unlängst veröffentlichten Flyer zum Projekt „Helvetische Strassenenquête 1799-1801“:

Die helvetische Strassenenquête 1799–1801

Die helvetische Strassenenquête und weitere Erhebungen der helvetischen Verwaltung sind ein wichtiger Fundus für die Verkehrsgeschichte und für die Geschichte der Helvetik. Anhand dieser Dokumente können die Wegnetze und das Strassenwesen um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert rekonstruiert und detailliert beschrieben werden. Die Strassenumfragen erlauben einen Blick zurück in das ausgehende 18. Jahrhundert, als erst wenige Strassen als sogenannte Chausseen ausgebaut waren und besonders im Gebirge noch viele Wege nur zu Fuss oder mit Reit- und Saumtieren bewältigt werden konnten. Die Kampagnen zur Informationsbeschaffung waren Elemente jener grundlegenden Erneuerung der Strasseninfrastruktur, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts international in einer bemerkenswerten Parallelität begonnen hatte und die Teil der Intensivierung der regionalen und überregionalen Raumbezüge war, die auf verschiedenen Ebenen erfolgte. Verbesserte Strassen, ein eigentliches Nationalstrassennetz, hätten in der Helvetik eine wichtige Grundlage der forciert angestrebten Staatsintegration werden sollen: Nation Building per Strassenbau. Dazu erhob man zuerst und systematisch den damaligen Zustand der Wege und der Strassenverwaltungen. Über die verkehrsgeschichtlichen Resultate hinaus sind aus den helvetischen Akten zum Strassenwesen auch wichtige Informationen zum Funktionieren der helvetischen Verwaltung, ihrer Kommunikation mit den kantonalen Behörden und allgemein zur Verwaltungsmodernisierung zu gewinnen.

Die in diesem Zusammenhang stehenden Quellen, die Transkriptionen und die digitalen faksimilierten Dokumente können auf der Website über mehrere Zugänge, unter anderem auch über eine interaktive Karte eingesehen und/oder herunter geladen werden. Zu diesen bietet die Website zahlreiche Kommentare. Sie beziehen sich auf die Strassenumfragen selbst und auf den weiteren Kontext der helvetischen Verwaltung. Nutzerinnen und Nutzer, die eine traditionellere Publikationsweise vorziehen, können auf der Website auf eine grafisch gestaltete Studie zugreifen, die auf den Webtexten beruht und mit den digital faksimilierten und transkribierten Dokumenten verlinkt ist.

Skizze des Wegnetzes um 1800

Aus den Quellen wird deutlich, dass die Strassen- und Wegnetze stark die regionalen topografischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse im späten Ancien Régime widerspiegeln, in denen sie entstanden waren. Gemäss der Umfrage vom Oktober 1800 hatten die Kantone ihr Wegnetz in vier respektive im Gebirge auch in sechs Klassen einzuteilen und nach Verläufen und Qualität der Wege zu beschreiben. Die qualitativ und quantitativ unterschiedlichen Antworten der kantonalen Verwaltungskammern auf die Umfrage ergeben folgendes Bild:

Im Mittelland handelte es sich bei allen in der Umfrage von 1800 erhobenen vier Klassen um fahrbare Strassen. Sie unterschieden sich dadurch, dass die Strassen erster und die zweiter Klasse mit Kutschen und mit schweren Fuhrwerken befahren werden konnten. Bei den letzteren handelte sich gewöhnlich um Zweispänner mit einem Gewicht von zwei bis drei Tonnen (Fracht inklusive Wagengewicht). Seltener anzutreffende vier- und mehrspännige Fuhrwerke transportierten noch bedeutend schwerere Frachten. Die Strassen dritter und vor allem die Strassen vierter Klasse wurden vorwiegend von Karren und kleinen Wagen sowie vor allem mit lokalen und allenfalls mit regionalen Zielen befahren. Die um 1800 bestehenden leistungsfähigen Strassen gingen im Wesentlichen auf den Chausseebau des 18. Jahrhunderts zurück. In gebirgigen Gegenden des Alpenraums spielten die als 5. und 6. Klassen erhobenen Saum- und Fusswege weiterhin eine wichtige Rolle. Wichtige Talschaften waren immer noch ausschliesslich über Saum- oder Fusswege erreichbar. Die alpenquerenden Routen konnten nicht oder nur abschnittsweise mit kleinen Bauernkarren befahren werden. Sie waren nicht nur wegen der Wegzustände prekär, sondern auch wegen der Kriege und der Aufstände zur Zeit der Helvetik.

Die Website www.strassenenquete.ch umfasst:

→ 15 Kommentare zu historischen Kontexten,
→ 11 Kommentare zum Prozess der Strassenumfragen,
→ 19 Kantonsdossiers,
→ eine interaktive Strassenkarte,
→ rund 170 Transkriptionen und digitale Faksimiles der Quellen,
digitale, downloadbare Faksimiles von rund 80 historischen Karten und Plänen,
→ eine Studie zur helvetischen Strassenenquête, die die Texte der Website zusammenfasst.

Digital Humanities in der Schweiz: Plattformen und Datenbanken aus dem Bereich der Erforschung des langen 18. Jahrhunderts

Eine Übersicht über die Plattformen und Datenbanken aus dem Bereich der Erforschung des langen 18. Jahrhunderts entsteht aktuell unter http://www.sgeaj.ch/dh/.

Die Schweizerische Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts will damit Schweizer Projekten, die sich der Erforschung des Zeitraums 1650 bis 1850 widmen (Datenbanken, Repertorien, digitale Editionen, …), die Möglichkeit bieten, ihre Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung finden sich Informationen zu folgenden Projekten und Ressourcen:

Art et Démocratie (1789-1792) – F.-B. De Felice – Egodocuments.ch – Fleuron – hallerNet – Lavater – A Literary Tour de France – Lumières.Lausanne – Pestalozzi – Points de coutume neuchâtelois – Recueil helvétique (1798-1803) – Rousseauonline.ch – STN Online Database Archive – Tissot – Viatimages

Zur Unterrepräsentation der Schweiz auf DH-Tagungen…

…findet sich auf dem DHd-Blog ein interessanter Artikel von Michael Piotrowski, Assistenzprofessor für DH an der Universität Lausanne und Co-Direktor des UNIL–EPFL Centers in Digital Humanities:

Wo ist die Schweiz?

Aus seiner Sicht tragen die geringe Institutionalisierung der DH in Lehre und Forschung und die Förderpolitik des SNF, die «kleine» interdisziplinäre Projekte explizit ausschliesst, strukturell zur vorgefundenen Unterrepräsentation bei.


Nachstehend eine Auflistung der Beiträge mit Schweizer Beteiligung auf der DHd-Konferenz, die letzte Woche in Mainz und Frankfurt stattfand:

  • Vom Text zum Bild und wieder zurück. Maria Christoforaki (Passau), Bernhard Bermeitinger (Passau), Simon Donig (Passau), Siegfried Handschuh (Universität St. Gallen) – Vortrag.

Call for papers: Le temps long des réseaux sociaux numériques

Appel à contributions

Dossier pour Le Temps des Médias. Revue historique (numéro 31, parution en 2018)

Le temps long des réseaux sociaux numériques
Coordonné par
Frédéric Clavert, Martin Grandjean et Cécile Méadel

Le 15 janvier 2009, un avion de l’US Airways amerrit en urgence au large de New York. Parmi les passagers et l’équipe de bord, tous sains et saufs, plusieurs ont, encore depuis les bateaux de secours, publié leurs photographies sur Twitter ou Flickr. Ainsi, les membres de ces plateformes «sociales» en ligne ont-ils pu être informés de l’événement avant que presse et télévision ne puissent le relater.

Dans ce cas symbolique, les réseaux sociaux numériques ont favorisé la diffusion d’informations. Leur orientation de plus en plus affirmée vers la circulation de l’information transforme ces réseaux en médias, avec des moyens et une infrastructure techniques (Internet, le web et les réseaux sociaux numériques eux-mêmes) qui permettent à leurs membres de participer non seulement à la diffusion mais également à la création et à la mise en forme de ces informations.

Les aspects massifs des réseaux sociaux numériques en ligne – Facebook compte 1,5 milliard d’«utilisateurs» – d’une part et la rapidité de circulation de l’information que Dominique Boullier a décrit comme des «vibrations» intenses et brèves d’autre part poussent des utilisateurs et observateurs de ces plateformes à verser dans le vocabulaire révolutionnaire, coutumier des entreprises de nouvelles technologies. Si la (relative) nouveauté des technologies utilisées par les réseaux sociaux numériques est bien documentée, celle, souvent implicitement considérée comme évidente, des pratiques des utilisateurs/acteurs – réseaux, collectifs ou communautés – de ces services dans les modes d’émergence et de circulation de l’information l’est moins.

Ce dossier du Temps des médias souhaite mettre au centre de sa démarche une série de questionnements touchant à l’interaction entre (nouvelles) technologies, rythmes ou formats de l’information et (nouveaux) acteurs. Comment et sous quelles conditions l’émergence de nouvelles technologies ou la transformation de technologies existantes agissent-elles sur les rythmes de l’information et font-elles apparaître de nouveaux acteurs? Pour répondre à ces questions, et si le cas des réseaux sociaux numériques est considéré comme emblématique de nouveaux modèles de production et de circulation des informations, ce dossier s’appuiera sur une démarche qui accordera une attention particulière aux approches diachroniques en interrogeant d’autres médias, d’autres technologies, d’autres réseaux, d’autres communautés d’hier et aujourd’hui. À titre d’exemple, nous pouvons évoquer le rôle de l’invention et, surtout, du perfectionnement de l’imprimerie conjugué au rôle de membres du clergé dans la diffusion des 95 thèses de Martin Luther qui, d’après Elizabeth Eisenstein, a pu atteindre 300 000 personnes en trois ans.

Cette approche diachronique nous permettra de réintroduire le temps long dans l’étude des réseaux sociaux numériques, sans nécessairement négliger des temporalités plus courtes.

Il s’agira donc d’analyser des moments de transformation et/ou d’accélération de la circulation de l’information, avec production massive ou significative (relativement à la configuration technologique et culturelle d’une époque) de nouvelles, à des moments où les destinataires de l’information collaborent ou participent à son élaboration ou à sa circulation, à des moments où ces mutations exercent un rôle plus ou moins déterminant dans les modes de fonctionnement des médias. Dans quelle mesure l’émergence d’une technique a-t-elle déjà favorisé la mise en place de médias dits sociaux ? L’histoire d’Internet et surtout celle du web devront également être pris en compte, tout comme la place et le rôle de Facebook ou Twitter. Les années 2000 – l’éclatement de la bulle spéculative des « dotcom » suivie de l’émergence de la notion de web 2.0 – sont empreintes d’une narration de la rupture lorsque l’on parle, notamment, du web. Cette rupture-là devra aussi être discutée, non nécessairement pour la mettre en cause, mais aussi pour, comparée au temps long, en faire émerger les principales caractéristiques.

Modalités pratiques

Les propositions devront être adressées à frederic.clavert@unil.ch avant le 15 juin 2017 (titre, mots-clés, résumé en 3 000 signes maximum, affiliation) ; les réponses seront adressées aux auteurs au plus tard dans la première quinzaine de juillet. Les articles (35 000 signes) devront être remis le 31 octobre 2017 pour expertise et relecture. La publication est prévue pour le mois de juin 2018.

Coordinateurs du numéro

Frédéric Clavert, frederic.clavert@unil.ch
Martin Grandjean, martin.grandjean@unil.ch
Cécile Méadel, cecile.meadel@u-paris2.fr

Hin zum digitalen Cappelli – HaCkapelli

cappelli_farbcode

Unter dem Titel „Ad fontes Cappelli Hackathon“ läuft seit Ende September das Vorhaben, Adriano Cappellis Lexicon abbreviaturarum unter Mithilfe des interessierten Publikums ins digitale Medium zu transportieren. Das „Wörterbuch lateinischer und italienischer Abkürzungen, wie sie in Urkunden und Handschriften besonders des Mittelalters gebräuchlich sind; dargestellt in über 14000 Zeichen, nebst einer Abhandlung über die mittelalterliche Kurzschrift, einer Zusammenstellung epigraphischer Sigel, der alten römischen und arabischen Zählung und der Zeichen für Münzen, Masse und Gewichte“ – so der deutsche Volltitel der zweiten Auflage – wurde 1899 veröffentlicht und danach schnell zum unabdingbaren Standardwerk der Mittelalterforschung.

Durch das Projektteam von „Ad fontes“ sowie eine wachsende Zahl an Beta-Testern und Interessierten wurden in der Zwischenzeit bereits fast ein Sechstel der Abkürzungen transkribiert und die verwendeten Abkürzungszeichen graphisch verortet. Es bleibt aber viel zu tun und jede Hilfe ist willkommen.

Auf der Seite http://www.adfontes.uzh.ch/cappelli findet sich eine hilfreiche Anleitung und nach der Registrierung steht der Mitarbeit nichts entgegen.

HaCkapelli

HACKAPPELLIUm dem Projekt zusätzliche Schubwirkung zu verleihen, findet am 22. Oktober in Zürich zwischen 14:00 und 23:00 Uhr der HaCkapelli-Hackathon statt, an welchem möglichst viele Abkürzungen transkribiert und kategorisiert werden sollen. Der Anlass findet im Hauptgebäude der Universität Zürich, KO2-F-153, statt und die OASE des Historischen Seminars wird zur Verpflegungsstätte mit Essen und Trinken. Computer stehen bereit, aber selbstverständlich können auch eigene Rechner mitgebracht werden.

Während des Hackathons berichten die folgenden Referentinnen und Referenten über ihre aktuellen digitalen Projekte:

  • Erik Hasselberg, 14:00 :
    Einführung in «Ad fontes»
  • Basil Vollenweider, 15:00:
    App fontes – die App für’s Archiv
  • Eliane Kurmann, 15:30:
    Afrika im Fokus – Fotografie in «Ad fontes»
  • Thomas Bruggmann, 16:00 :
    Urkundenbücher im Netz: Das Bündner und das Liechtensteinische Urkundenbuch
  • André Bruggmann, 16:30 :
    Geographisch-interaktive Darstellung des HLS
  • Rainer Hugener, 17:00:
    Rechtsquellen im Netz. Neue Präsentationsformen, Zugänge und Kooperationen
  • Infoclio, 17:30:
    Compas – eine Ressource für Studierende
  • Natalia Korchagina, 18:00:
    Automated recognition of temporal information in Swiss law sources
  • Erik Hasselberg, 18:30:
    Cappelli & Digital Humanities – Neue Perspektiven
  • Pascale Sutter/Bernhard Ruef, 19:00:
    Ontologien in Rechtsquellen
  • Rezia Krauer, 19:30:
    Das Chartularium Sangallense und monasterium.net
  • Jonas Schneider, 20:00:
    HLS und GIS
  • Jolanda Hunziker, 20:30:
    App fontes – die App für’s Archiv

Weitere Informationen zum Projekt und zum Anlass finden sich unter http://www.adfontes.uzh.ch/1000.php und http://www.adfontes.uzh.ch/capelli.

Nach der Erfassung werden die insgesamt rund 14’000 Abkürzungen mittels elaborierter Abfragemöglichkeiten durchsuchbar sein, so dass sich auch nur partiell lesbare Zeichenfolgen erfolgreich entziffern lassen sollten. Zudem ist ein Einsatz in der hier bereits früher vorgestellten App fontes sowie die Offenlegung des Datensatzes zur Nachnutzung geplant. Begrüssenswert ist weiterhin, dass das Projekt nach der Erfassung Cappellis Abkürzungen nicht zu geruhen gedenkt, sondern bereits an die Aufnahme und Systematisierung zusätzlicher Abkürungen denkt, etwa deutsch- und französichsprachiger Kurzformen.

Die Mithilfe an dieser wertvollen Ressource wird sich zweifellos lohnen!

Digital Humanities 2014 in Lausanne: neue Tools und Projekte

Ein Beitrag aus der Feder unseres Gastautors Tobias Hodel, Doktorand an der Universität Zürich (Lehrstuhl S. Teuscher). Tobias Hodel forscht zu Klöstern (Projekt „Königsfelden“), Schriftlichkeit, Administrationskultur, Habsburg sowie allem Digitalen, das ihm in die Hände fällt.

Der jährliche Großkongress Digital Humanities fand in der letzten Woche in Lausanne am Genfersee statt. Die Veranstaltung dient traditionellerweise auch als Leistungsshow von Projekten und Produkten, die das Leben des Wissenschaftlers erleichtern sollen. Ein kurzer Überblick über neue und nicht mehr ganz neue Tools, die von Interesse sein könnten.

Im vergangenen Sommer entstand im Rahmen eines „one week, one tool“-Hackathon der Serendip-o-matic. Ein Aggregator, welcher aus eingegebenen Textstücken (vermeintlich) passende Einträge aus der Europeana, der Digital Public Library of America und anderen freien Ressourcen zusammenstellt. Der Faktor Zufall soll dabei eine wichtige Rolle spielen, wie sich aus dem von serendipity abgeleiteten Namen erschliesst:

serendipomatic.org

Strukturierter und wissenschaftlich „abgesicherter” funktioniert das am IEG in Mainz entstehende EGO (Europäische Geschichte Online), welches ähnlich wie die docupedia für Zeitgeschichte ein kollaborativ erarbeitetes Portal ist. Im Fokus steht die europäische Geschichte der Frühneuzeit und Neuzeit (15.-21. Jahrhundert):

ieg-ego.eu

Die Seite überzeugt durch Verknüpfungen (etwa mit Personendaten), Querverweisen und eingebundenen Medien. Die Lizenzierung mit creative commons (CC-BY-NC-ND) zeugt vom umsichtigen Umgang mit den veröffentlichten Daten.

Personen und Urkunden stehen in den Datenbanken der POMS (People of Medieval Scotland und Paradox of Medieval Scotland) im Zentrum. Mittels Verknüpfung von Personen mit Vorgängen in Urkunden (Rechtsübertragung, Verbindung zu anderen Personen etc.) wird versucht der Staatswerdung Schottlands auf den Grund zu gehen.

poms.ac.uk

Interessant ist nicht zuletzt das Konzept hinter den aufbereiteten Daten. Im Gegensatz zu mark-up Auszeichnung wie in der klassischen und digitalen Edition angewandt, werden die Quellen relational ausgewertet. Sprich Wortlaut und Formular der Dokumente bleibt auf der Strecke, während genannte Personen und die Art ihrer Nennung verzeichnet werden.

Ein ganz ähnlicher Ansatz wird im Projekt ChartEx verfolgt. Anhand der automatisierten Auswertung von Dokumenten aus Cluny und britischen Quellenedition werden automatisiert Verknüpfungen zwischen Personen in Dokumenten, Rechten und Orten hergestellt. Recherchierende werden auf Personen hingewiesen mit ähnlichen Namen oder häufigem Auftauchen im Umfeld der Personene/Dokumente. Ziel des Tools ist es Anhaltspunkte zu geben und effizientere Forschung zu ermöglichen.

ChartEx: yorkhci.org/chartex/1.3/ (Beta-Version)

Nicht Personen sondern Orte stehen im Zentrum zweier Tools zur Erkundung der Antiken Welt. Das bereits etablierte Produkt Orbis aus Stanford errechnet Wegstrecken und Kosten zwischen einzelnen Orten im römischen Reich. Wie bei modernen Navigationssystemen wird zwischen kürzestem, schnellsten und billigstem Weg unterschieden.

orbis.stanford.edu

Pelagios – ein britisch-österreichisches Joint-Venture – ermöglicht Nutzenden selbst Verknüpfungen zwischen Antiken Texten und darin genannten Orten herzustellen. Mit der „bottom-less map“ (der unendlich tief annotierbaren Karte) als Ziel des Projekts.

    Zugang über Ortssuche: pelagios.dme.ait.ac.at/api Projekt-Blog: pelagios-project.blogspot.ch Pleiades (online Ortsverzeichnis für Orte der Antiken Welt): pleiades.stoa.org

    Von der Antike zum Mittelalter, wo es insbesondere in den sogenannten Hilfswissenschaften Neues zu entdecken gibt.
    Die Beschreibung von Handschriften zum Zweck der Unterscheidung von Schreibern gehört zu den Kernkompetenzen der Paläographie. Das Projekt digipal treibt dies auf die Spitze und hat ein Tool kreiert, mit welchem kleinste Unterschiede von Händen beschrieben und betrachtet werden können. Als nächste Schritte sind Ausbau um skandinavische und hebräische Handschriften geplant.

    www.digipal.eu

    Unter anderem mit digitaler Kodikologie beschäftigt sich das Schoenberg Institute for Manuscript Studies und präsentierte eine erste Version des Manuscript Collation Project, welches erlaubt Codex nach Lagen zu betrachten, etwa um spätere Um- und Fehlbindungen zu identifizieren und digital zu korrigieren, ohne dass die Stücke einem physikalischen Risiko ausgesetzt werden.

    dorpdev.library.upenn.edu/collation

    Der Beitrag wurde ursprünglich unter  http://ordensgeschichte.hypotheses.org/7637 veröffentlicht.

    Aktivdienst im doppelten Sinn: Wikipedia Edit-a-thon am Bundesarchiv

    Am 21. Juni 2014 wird am Schweizerischen Bundesarchiv ein Workshop durchgeführt, der Gelegenheit bietet, die Grundlagen des Artikelschreibens für die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia zu erlernen und am Beispiel der Fotosammlung zum Ersten Weltkrieg direkt anzuwenden. Mitarbeitende des Bundesarchivs sowie der Nationalbibliothek führen in ihre Bestände ein und unterstützen die Teilnehmer gemeinsam mit Wikipedians beim Recherchieren und Schreiben.

    Thematisch befasst sich der Edit-a-thon mit dem Aktivdienst der Schweiz im Ersten Weltkrieg und die bereits auf Wikimedia Commons zugängliche Fotosammlung des Schweizerischen Bundesarchivs zum Aktivdienst der Schweiz im Ersten Weltkrieg dient als Grundlage zur Be- und Erarbeitung von Artikeln. Die Sammlung lässt sich nicht nur für Artikel rund um die militärische Schweiz im Ersten Weltkrieg nutzen, sondern kann auch Beiträge zu historischen Persönlichkeiten, alten Ortsbildern oder besonderen Bauten illustrieren. Auch bietet sie einen vielfältigen Einblick in den zivilen Alltag während der Kriegsjahre.

    CC-BY-SA 3.0/CH Swiss Federal Archives  http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Büro_des_Quartiermeisters_des_Armeestabes_-_CH-BAR_-_3240343.tif
    CC-BY-SA 3.0/CH: Swiss Federal Archives
    Quelle: http://commons.wikimedia.org

    Der Edit-a-thon richtet sich an alle, die den Umgang mit der Online-Enzyklopädie erlernen möchten und sich für die Fotosammlung interessieren. Auch Übersetzungen bereits existierender Artikel sind ein wertvoller Beitrag zur Online-Enzyklopädie.

     

    Library Science Talks: Transforming 200 years of newspaper articles into an information system

    Prof. Frédéric Kaplan hält am 29. April 2014, 15.30 Uhr, im Rahmen der Library Science Talks an der Nationalbibliothek in Bern einen Vortrag zur Nutzung digitalisierter Zeitungsartikel als umfassende Informationsressource.

    Vortragssprache: englisch
    Adresse: Hallwylstrasse 15, 3003 Bern
    Informationen der Nationalbibliothek

    Am Vortag wird der gleiche Vortrag auch auf Französisch an der Bibliothèque de Genève gehalten.

    Abstract of the talk:

    „Le Temps“ newspaper is responsible for an archive of about 4 million articles covering a 200 year period. This archive is composed of the digitised version of the „Le Journal de Genève“, „La Gazette de Lausanne“ and „Nouveau Quotidien“. The archive is currently accessible through a website, searchable in full text but not yet semantically structured.
    Mr. Kaplan will present a project at the Digital Humanities Laboratory (DHLAB) of the EPFL which investigates identifying all the named entities in the archive, such as places, persons and objects and developing a framework for named-entity recognition and disambiguation based on Wikipedia and other sources.

     

    Bio of the speaker:

    Prof Frédéric Kaplan holds the Digital Humanities Chair at École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) and directs the EPFL Digital Humanities Lab. He conducts research projects combining archive digitisation, information modelling and museographic design.

    Technik damals und heute

    NemoMit „nemo. Technik. Damals. Heute“ kam vor wenigen Tagen eine neue Zeitschrift für technikgeschichtlich Interessierte auf dem Markt. Im Fokus der Zeitschrift, für deren Titel wohl Jules Vernes technikaffiner Antiheld Kapitän Nemo Pate stand, sollen herausragende technologische Entwicklungen und die Figuren dahinter, aber auch das Lebensgefühl der jeweiligen Zeit stehen. So geht es auf den 108 Seiten der Erstausgabe (01/14) unter anderem um das Farbfernsehen, Digitaluhren, Walkmans, den Commodore 64, Mofa-Rocker, den Audi Quattro, Weltraumfahrzeuge, Tamagotchis oder die Ursprünge digitaler Überwachung. 

    Das Magazin, das viermal jährlich erscheinen soll (Ausgabe 2 im März 2014 u.a. zu den autofreien Sonntagen 1973) und sicher auch Themen aus dem Informatikbereich aufnehmen wird, kann im Chip-Verlag für 3€ im PDF-Format oder für 3.80€ als Heft bezogen werden (auch im Zeitschriftenhandel erhältlich).

    App Fontes

    Seit gestern ist die erste offizielle Version von App fontes, der mobilen Version des Ad Fontes-Lernangebots der Universität Zürich online zugänglich. Wie Ad Fontes umfasst App Fontes eine Auswahl an wichtigen wissenschaftlichen Hilfsmitteln und Übungen für den Umgang mit historischen Schriftquellen in lateinischer und deutscher Sprache. Ergänzend zum Angebot auf Ad fontes wurden didaktisch neuartige Übungen gestaltet, die speziell für den mobilen Gebrauch am kleinen Bildschirm konzipiert sind.

    AppFontesDie App, die am Historischen Seminar der Universität Zürich (Lehrstuhl Prof. Dr. Simon Teuscher) entwickelt wurde, wird kostenlos zur Verfügung gestellt.

    AppFontes2
    Video: Christian Di Giusto zu App Fontes